![]() Sekundärliterarische Reihe 65 |
Phantastik ist ein Denken im Konjunktiv, ein Spiel mit den Möglichkeiten, sogar das
Ausmalen selbst von dem, was man gemeinhin für unmöglich hält. In der phantastischen
Literatur drücken sich ähnlich wie in den Jenseitsvorstellungen der Religionen die
Wünsche und Sehnsüchte, die Hoffnungen und Befürchtungen der Menschen aus; und auch die
ganz individuellen Marotten. Wie viel und was alles hat die Phantastik von den Religionen
ererbt? Wo nimmt sie Anregungen aus anderen Gebieten von Kunst und Wissenschaft auf? Sind
die Spekulationen von Physikern und Kognitionsforschern nicht oft phantastischer als die
verwegensten Fantasy- und Science-Fiction-Welten? Und wie weit reicht dabei unsere
Phantasie wirklich? Wie total anders kann die Anderswelt die bekanntlich stets eine
mundus alter et idem, eine andere und doch gleiche Welt, ist überhaupt sein?
Können wir durch einen Blick auf andere Kulturen ein besseres Verständnis für die
Spielräume und Spannweiten gewinnen? Und was liegt jenseits unserer
Vorstellungsmöglichkeiten? Worüber müssen wir letztlich schweigen? Über die Herausgeber: Mag. Beata Rzeszotnik, Germanistin und Niederlandistin. Seit 1994 didaktische Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte für Deutsch am Institut für Internationale Studien der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Universität Wroclaw/Breslau. Besonderes Interesse an deutscher und niederländischer Kultur (Film und Architektur) sowie dem Bildungssystem (Schulwesen) in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Prof. Dr. Jacek Rzeszotnik, Germanist, Prodekan der Philologischen
Fakultät der Universität Wroclaw/Breslau und Leiter der Forschungsstelle für Literatur
und Medien am Germanistischen Institut der Universität Wroclaw/Breslau.
Forschungsschwerpunkte: Literaturwissenschaft (deutsch-, englisch- und polnischsprachige
Unterhaltungsliteratur im 19. und 20. Jh.; literarische Kommunikationsstrategien;
Rezeption spekulativer Literatur in Polen und im deutschen Sprachraum; Rezeption von
Stanislaw Lem im deutschen Sprachraum) und Medienwissenschaft (intermediale ästhetische
Transformationsprozesse; Neue Medien; Internetliteratur). |