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Sekundärliterarische Reihe 49
Fantasia 168/169
328 Seiten
Paperback A5, 2003-08
EUR 9,25
ISBN 978-3-932621-63-5
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Franz Rottensteiner
Erkundungen im Nirgendwo
Kritische Streifzüge durch das phantastische Genre

Herausgegeben von Jacek Rzeszotnik
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Zu sagen, dass Dr. Franz Rottensteiner in die erste Riege der deutschsprachigen Kritiker der phantastischen Literatur gehört, wäre ein den wahren Sachverhalt sträflich verzerrendes Understatement: In Wirklichkeit führt er sie souverän an. (Was er allerdings aus Bescheidenheit nicht zuzugeben bereit ist.) In ihm scheint sich übrigens Sir Karl Poppers „Scheinwerfertheorie“ zu inkarnieren: Er ist ein Kundschafter, der auf der Suche nach der Wahrheit (den Tatsachen) ins Dunkel des besagten Nirgendwo vorstößt. Bevor aber die Wahrheit gefunden werden kann, muss es bekanntlich vorher eine diesbezügliche Vermutung geben. Sie kann ihre Wurzel aber wiederum nur in der Phantasie haben, so dass sich die Entdeckung der Wahrheit jedes Mal zu einem kreativen Akt entfaltet. Die der Phantasie entspringende Vermutung funktioniert wie ein Scheinwerfer, dessen Lichtgarbe das Dunkel des Nirgendwo zerschneidet und punktuell ausleuchtet. Aus der Finsternis wird so die Wahrheit über das jeweils als zu entscheidende Frage Anstehende zum Vorschein gebracht, damit auch die anderen sie zu Gesicht bekommen können. Die Lichtstrahlen aus Rottensteiners „Scheinwerfer der Vermutung“ interpretieren aus dem Unstrukturierten gestaltgebend Sinn und Bedeutung heraus. Sie, die sich nicht selten im sonst dunklen Nirgendwo kreuz und quer überschneiden, summieren sich zu einer komplexen und formschönen interpretatorischen „Lichtarchitektur“, die Aufschlüsse gibt, erläutert und kommentiert.

Über den Autor:
    Franz Rottensteiner wurde am 18.01.1942 in Waidmannsfeld/Niederösterreich geboren. Studium der Publizistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Wien, 1968 Dr. phil. Rund 15 Jahre Bibliothekar an einem Forschungsinstitut, daneben Tätigkeit für verschiedene Verlage, unter anderem Betreung der "Phantastischen Romane" und der "H. G. Wells Edition" im Paul Zsolnay Verlag und der "Science Fiction der Welt" im Insel Verlag, danach der "Phantastischen Bibliothek" im Suhrkamp Verlag. Herausgeber von rund 50 Anthologien, auch in den USA, Japan, den Niederlanden und Italien. Schrieb zwei Bildbände, The Science Fiction Book (1975) und The Fantasy Book (1978) und arbeitete an zahlreichen Lexika der Science Fiction und Fantasy mit. Seit 1985 freiberuflicher Autor und Verlagskonsulent.

Über den Herausgeber:
    Dr. Jacek Rzeszotnik, (1967, Kluczbork/Polen), 1986–1991 Studium der Germanistik an der Universität Wroclaw/Breslau. Abschluss mit der Arbeit: Menschen, Mutanten, Maschinen und Fremdwesen. Konfliktsituationen im literarischen Schaffen von Ernst Vlcek. Seit 1990 (noch als Student) wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Moderne Deutschsprachige Kultur- und Literaturgeschichte am Germanistischen Institut (Universität Wroclaw/Breslau). 1998 Promotion mit der Arbeit Literarische Kommunikationsstrategien. Zum Bestsellerroman und dessen Autoren in der zweiten Hälfte des 19. und des 20. Jahrhunderts am Beispiel von Karl May und Johannes Mario Simmel (Corian Verlag Heinrich Wimmer, Meitingen 2000). Bücher, Aufsätze und Rezensionen zur modernen populären Literatur. Mitarbeiter einiger literatur- und sprachwissenschaftlicher Zeitschriften, diverser Lexika und der Heyne-Science Fiction-Jahrbücher. Herausgebertätigkeit: Österreich-Bibliothek. Mitherausgeber der Universitätszeitschrift Annäherungen Polen-Deutschland. Mitglied des literarischen Beirats des EDFC.